Mein Weg in die Selbstständigkeit
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Mein Weg in die Selbstständigkeit: Apps zur Sprachentwicklung von Kindern

Viele Mütter sind nach der Geburt ihres Kindes bereit für einen beruflichen Neuanfang. In diesem Lebensabschnitt ändert sich so unsagbar vieles im Leben einer kleinen Familie und der Weg zurück in das alte wird einem oft nicht einfach gemacht oder gar komplett verwehrt.

Die Mütter in meiner Interviewreihe sind einen mutigen Schritt gegangen, indem sie einen beruflichen Neustart gewagt haben. Einige sind in ihrem Bereich geblieben, andere haben sich in ganz neue Gefilde gewagt. Damit diese Mompreneurs ihre Erfahrungen weitergeben können, erzählen sie uns von ihrem Mut. Traut euch an einen Neuanfang, denn jeder ist seines Glückes Schmied.

Iwona (36) ist verheiratet, hat zwei Töchter im Alter von fünf und neun Jahren und hat sich mit der Entwicklung von Kinder-Apps zur Sprachentwicklung selbstständig gemacht. Ihre erste App „Dackel Darius“ brachte sie bereits 2012 auf den Markt, die „Schatzkiste“ unterstützt den Lauterwerb von /sch/.

Kinder-App zur Sprachentwicklung

Wann ist die Idee aufgekommen und was war der Auslöser, dass du sie in ein reales Projekt umgewandelt hast?

Der Wunsch nach der Selbstständigkeit war schon lange vorhanden. Die beste Gelegenheit für eine berufliche Neuorientierung war für mich persönlich die Elternzeit. Wenn nicht jetzt, wann dann? In meinen alten Vollzeit-Job als Vertriebssachbearbeiterin wollte und konnte ich nicht mehr zurück. Ich fing an, aktiv nach einer Möglichkeit zu suchen, um mein Familien- und Arbeitsleben ausgewogen zu gestalten. Zuerst übernahm ich eine freiberufliche Home-Office-Tätigkeit für Lionbridge Technologies als Internet Search Administrator. Voraussetzung für die Erfüllung der Tätigkeit war ein breites technisches Wissen, welches ich mir mit viel Ehrgeiz selbst aneignete. Mit dem Wissen wuchs auch mein Selbstvertrauen. Dieser Prozess half mir bei der Gründung von Edulingu Apps.

Warum hast du genau diese Geschäftsidee umgesetzt und was ist das Besondere daran?

Die Idee Apps zur Unterstützung der kindlichen Sprachentwicklung zu kreieren kam mit dem Kindergarteneintritt meiner Tochter. Mir fiel der große Sprachförderbedarf bei Kindern auf. Schnell merkte ich, dass es explizit zum Thema Sprachförderung keine Apps gab. Ich bündelte mein technisches Wissen und meine Erfahrungen als Mutter und machte mich an die Entwicklung der Sprachförderungs-App “Dackel Darius”. Das Besondere an meinen Apps ist, dass sie Empfindungen, visuelle und auditive, sowie haptische Wahrnehmung, Vorstellungen, Erinnerungsvermögen, als auch das Sprechen und Denken des Kindes in das Spiel mit einbeziehen. Das motiviert die kleinen Benutzer dazu, kreativ mit der Sprache und dem Sprechen umzugehen.

Wie sahen deine ersten Schritte aus?

Von der Idee bis zu meiner ersten App „Dackel Darius“ war es ein weiter Weg. Für die Entwicklung habe ich 1,5 Jahre gebraucht. Als erstes ging ich bei einer Kinderlogopädin in die „Lehre“. Gleichzeitig studierte ich Fachliteratur zum Thema “App-Entwicklung”. Direkt nach dem Start von “Dackel Darius” machte ich mich auf den Weg, um eine Förderung für meine zweite App-Idee zu finden, da die erste App noch nicht genug Gewinn abwarf. Durch Zufall stieß ich im Internet auf die Initiative ”Ein Netz für Kinder”, die kindergerechte Internetangebote fördert. Obwohl noch nie eine mobile Applikation gefördert wurde, bewarb ich mich trotzdem. Mein Konzept eine App zu schaffen, die die Kinder beim Lauterwerb von /sch/ unterstützt, hat überzeugt! Somit ist “Schatzkiste” die erste App, die im Rahmen des Förderprogramms „Ein Netz für Kinder“ von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird.

Kinder-App zur Sprachentwicklung

Wie wurdest du bei der Neugründung unterstützt und was waren gute Anlaufstellen?

Die Neugründung habe ich lediglich mit der Unterstützung meines Mannes gestemmt. Zum Zeitpunkt der Neugründung gab es in meinem sozialen Umfeld keinen Mompreneur, keine Mentorin, die wegweisend für mich gewesen wäre. Also habe ich das Netzwerken mit Gründerinnen via Social Media begonnen. Diese Frauen waren für mich die treibende Kraft. Sie gaben mir neuen Input und schenkten mir bei Rückschlägen Motivation, um weiter zu machen. Und das tun Sie immer noch. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ein wichtiger Punkt ist ja die Finanzierung, da die anfängliche Zeit in der Regel erstmal finanziell überbrückt werden muss oder auch große Anfangsinvestitionen anstehen. Wie hast du das hinbekommen und was kannst du hier den anderen für Tipps mit auf den Weg geben?

Die erste App habe ich mit Eigenmitteln finanziert. Von der Idee, über Konzeptentwicklung bis zur Vermarktung konnte ich nahezu alles alleine machen. Es fielen lediglich die Kosten für die Grafik und die Programmierung an. Um diese möglichst gering zu halten, habe ich beide Dienstleistungen im Ausland eingekauft. Mittlerweile gibt es die Möglichkeit des Crowdfundings. Und es gibt auch einige gute Förderprogramme. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Hattest du die Gründung komplett durchkonzipiert oder war es eher ein Aus-dem-Bauch-heraus-Prozess?

Ob eine Sache gelingt, erfährst Du nicht, wenn Du darüber nachdenkst, sondern wenn Du es ausprobierst. Die Gründung war definitiv eine Aus-dem-Bauch-heraus-Entscheidung. In meinem Fall war es aber auch ein überschaubares Risiko.

Was hättest du im Nachhinein anders gemacht und was hat besonders gut geklappt?

Ich hätte viel eher damit beginnen sollen, mir ein Netzwerk aufzubauen. Von den erfolgreichen Frauen habe ich gelernt mutig meine Ziele zu verfolgen und meine Stärken mehr in den Vordergrund zu rücken.

Welche Tipps kannst du all denen geben, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen sich selbstständig zu machen?

Nicht alles Zerdenken sondern einfach machen. Wir Frauen neigen nämlich sehr zu Selbstzweifeln. Um eine Idee zu verwirklichen, muss man an sie glauben und immer wieder an ihr arbeiten. Das heißt, dass man sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen sollte. Mutig sein und dran bleiben. Nur so lässt sich herausfinden, ob die Idee funktioniert.

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