Mom at work
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Mom at Work: Die PR-Branche ist kein Zuckerschlecken

Isa wohnt mit ihrer Familie in Hamburg und ist wie ich PR-Beraterin. Eine eher familienunfreundliche Branche. An ihrem ersten Arbeitstag nach der Elternzeit wurde ihr als Willkommensgruß direkt mal der Job gekündigt. Momentan ist sie auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Ich drücke ihr die Daumen! Ihr findet Isa auch auf ihrem Mamablog Lari Lara.

Wie lange warst du in Elternzeit? War die Dauer eine bewusste Entscheidung?

Ich war genau 1 Jahr in Elternzeit. Beim ersten Kind auch. Es war eine bewusste Entscheidung – bei beiden Kindern. Ich wollte nicht so lange aus dem Berufsleben raus sein und habe mich nach dem 1. Kind dann auch für Teilzeit entschieden und nur noch 30 Stunden gearbeitet.

In welcher Position arbeitest du momentan?

Ich bin PR-Beraterin in einer Hamburger Agentur. Leider wurde mir vor kurzem gekündigt, direkt am ersten Tag nach Wiedereinstieg. Grund hierfür ist die Insolvenz der Agentur.

Hast du diesen Job ursprünglich gelernt und passt er zu deinen Qualifikationen?

Lernen kann man PR ja nicht. Zu meiner Zeit gab es auch so gut wie keine Unis, an denen man Kommunikation studieren konnte. Also ging ich in die Geisteswissenschaften und habe mich durch diverse Praktika und später durch ein Volontariat qualifiziert.

Bist du noch beim gleichen Arbeitgeber wie bereits vor der Schwangerschaft?

Ja… aber nicht mehr lange.

In wie fern decken sich deine Erwartungen vor der Geburt mit der Realität, die sich dann erst im Alltag gezeigt hat?

Mit einem Kind konnte ich in meiner jetzigen Position gut Beruf und Kind vereinbaren. Meine Chefin ist da sehr flexibel. Allerdings hatte ich mit der großen Tochter auch keine Hobbys, zu denen ich sie am Nachmittag bringen musste. Sie konnte in der damaligen Kita Tanzunterricht nehmen und später sind wir direkt um die Ecke in einen Sportverein. Dort haben sie oft andere Eltern mitgenommen und ich habe sie abgeholt. Jetzt ist das durch Orts- und Kitawechsel nicht mehr so einfach. Montag und Dienstag ist Nachmittagsprogramm. Das ist schon stressig, da ich pünktlich aufbrechen muss, um beide Kinder aus der Kita zu holen und dann zum Verein fahren muss. Ob und wie lange das gut geht, weiß ich nicht. Mit einem neuen Job kann das wieder nicht funktionieren. Wir werden sehen.

Ist dein Job gut mit der Familie zu vereinbaren oder ist es eher schwierig?

Die PR-Branche hat den Ruf, dass man viel arbeitet und wenig Freizeit hat. So war das vor den Kindern auch. Und ich denke, dass es gerade in Agenturen auch oft der Fall ist. Ob Unternehmen oder Agentur – man kann nicht einfach den Stift fallen lassen, wenn der Kunde noch etwas möchte. Deshalb bin ich froh, dass zumindest die Kita bis 18 Uhr geöffnet hat.

Wie schaffst du den Spagat zwischen deiner Familie und deinem Job?

Ich habe einen strikten Zeitplan. Und ich versuche kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn die Kids mal länger in der Kita sind.

Wie regelt ihr das, wenn die Kinder krank sind?

Meist bleibe ich zu Hause, aber mein Mann macht das auch. Zum Glück sind unsere Mädchen nicht so oft krank.

Hast du abschließend noch einen Tipp für andere Mütter, die bei der Jobsuche oder im Alltag mit Kind und Job oft verzweifeln? Was glaubst du funktioniert bei euch besonders gut?

Man darf den Kopf nicht in den Sand stecken. Jobsuche mit Kindern ist nicht leicht, aber es kommt auch auf die Branche und die Position an. Es gibt auch soziale Beratungsstellen, die bei solchen Fragestellungen helfen und nützliche Tipps haben.

Ein gutes Netzwerk an Müttern und Vätern und auch ein Babysitter für alle Fälle ist ein absolutes Muss, wenn man wie wir keine Verwandte in der Nähe hat. Zu viel Freizeitstress ist auch ein NO-GO. Lieber weniger Programm, dafür eine relaxte Mama. Das habe ich mir hinter die Ohren geschrieben. Wenn es mit Turnen und Musikschule zeitlich nicht klappt, ist das auch kein Weltuntergang. Und Reiten und Schwimmen kommt dann eben zu einem anderen Zeitpunkt.

Momentan ist es bei uns eher ein Kampf – zurück in den Job hat nicht geklappt – oder zumindest nur vorübergehend und die Jobsuche belastet mich. Aber mein Mann ist der Optimist in der Beziehung und muntert mich immer wieder auf und liebe Freunde stehen mir auch zur Seite.

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