Mom at work
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Nach Ende der Elternzeit zurück in den Job – einfach oder ein Kampf

Nach der Elternzeit mit Zwillingen zurück in den Beruf!

Anna vom Familienblog Familie Motte ist Mama einer fünfjährigen Tochter und den einjährigen Zwillingen. Dass es da nicht immer ganz einfach ist Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Aber wie auch ich, hatte sie das riesengroße Glück nach einigem Hin und Her doch noch einen familienfreundlichen Arbeitgeber zu finden. Denn der ist in unserem Familienalltag doch irgendwie schon die halbe Miete 😉 Weitere Folgen findet ihr in der Kategorie Mom at work.

Wie lange warst du in Elternzeit? War die Dauer eine bewusste Entscheidung?

Ich war bereits zweimal in Elternzeit. Das erste Mal nach der Geburt meiner Großen (die mittlerweile fast 5 ist) und das zweite Mal nach der Geburt der Zwillinge. Beide Male bin ich 12 Monate bei den Kindern geblieben und anschließend wieder in den Job eingestiegen. Beide Male stand die Entscheidung über die Dauer der Elternzeit von vornherein fest.

In welcher Position arbeitest du momentan?

Derzeit bin ich angestellt als Assistenz in einem kleinen Windenergie-Unternehmen und arbeite 20 Stunden an 4 Tagen pro Woche.

Hast du diesen Job ursprünglich gelernt und passt er zu deinen Qualifikationen?

Nein, ich habe ursprünglich Hotelkauffrau gelernt und war sehr lange in der Gastronomie tätig. Zuerst lange im Veranstaltungsverkauf einiger großer Hotels, später bei einem großen Veranstaltungs- und Cateringservice in Hamburg. In allen Positionen war ich leitend mit großer Mitarbeiter-Verantwortung tätig. Damals – ohne Kinder – hatte ich auch das Ziel möglichst schnell die Karriereleiter zu erklimmen.

Als ich mich bewusst entschieden habe eine Familie zu gründen bin ich freiwillig aus der Gastronomie ausgestiegen und als Teamassistenz in eine Unternehmensberatung gewechselt. Das mag ein Rückschritt gewesen sein, war für mich aber die einzig logische Konsequenz. Geregelte Arbeitszeiten, freie Wochenenden und weniger Verantwortung im Job, dafür mehr Zeit für die Freizeit und Familienzeit.

Den Ausstieg habe ich nie bereut, obwohl ich die Gastronomie oft vermisse.

Bist du noch beim gleichen Arbeitgeber wie bereits vor der Schwangerschaft?

Nach dem ersten Kind musste ich den Arbeitgeber wechseln. Nach der zweiten Schwangerschaft bin ich an meinen alten Arbeitsplatz zurückgekehrt.

Gab es dafür einen bestimmten Grund?

Ja, beim ersten Mal gab es einen bestimmten Grund. Die Unternehmensberatung in der ich damals tätig war hatte sich in dem einen Jahr meiner Abwesenheit stark verändert. Einige Beratungszweige waren komplett weggebrochen. Bevor ich in Elternzeit ging waren wir zweieinhalb Assistenzen. So viele wurden nun schlichtweg nicht mehr benötigt. Ich war quasi über. Leider erfuhr ich davon erst eineinhalb Monate bevor ich an meinen alten Arbeitsplatz zurückkehren sollte.

Wie bist du an deinen neuen Job gekommen und gab es besondere Hürden die du nehmen musstest?

Zunächst musste ich innerhalb kürzester Zeit einen neuen Job finden. Hätte ich früher davon gewusst, hätte ich mir im Laufe des Jahres in Ruhe etwas gesucht. Aber eineinhalb Monate sind nicht viel.

Mein alter Arbeitgeber hat sich allerdings sehr fair verhalten. Er hat mich mit Empfehlungsschreiben und persönlichen Gesprächen unterstützt wo er konnte und mir auch eine anständige Abfindung bezahlt. Daher hege ich keinen Groll auf ihn.

Dennoch musste ich letztlich einen – auf ein Jahr – befristeten Job annehmen und auch Gehaltseinbußen in Kauf nehmen. Ganz abgesehen davon, dass man zu Hause sowieso schon genug mit der neuen Situation kämpft und sich nicht auch noch bei einem neuen Arbeitgeber zurechtfinden möchte.

So richtig glücklich wurde ich dort auch nicht. Mein Vertrag sollte zwar nach meinem Jahr verlängert werden, allerdings brach dann dort das Team ebenfalls komplett weg, weshalb ich mir erneut einen neuen Arbeitgeber suchen musste.

Bei dem sitze ich auch heute noch und bin sehr zufrieden. Denn nach zwei Pleiten hatte ich das Glück einen sehr kinder- und familienfreundlichen Arbeitgeber zu erwischen, für den ein Wiedereinstieg nach meiner zweiten Elternzeit selbstverständlich war.

In wie fern decken sich deine Erwartungen vor der Geburt mit der Realität, die sich dann erst im Alltag gezeigt hat?

Gar nicht 🙂 Aber ich denke, das geht wohl jeder Mama so. Das erste Kind stellt alles auf den Kopf. Den Alltag mit Kind kann man sich vorher gar nicht vorstellen. Man ist im Job total unflexibel. Vor den Kindern habe ich immer gern und viel gearbeitet. Überstunden waren für mich selbstverständlich wenn nötig.

Heute geht das nicht mehr. Wenn die Kinder abgeholt werden müssen, müssen sie abgeholt werden. Da kann ich nicht einfach spontan entscheiden, dass ich eine Stunde länger bleibe.

Wenn Du nur halbtags arbeitest bekommst Du weniger mit. Dafür bist Du super organisiert – weil die Arbeit in kürzerer Zeit erledigt werden muss.

Gott sei Dank habe ich aber einen tollen Mann, der ebenfalls mal den Kinderdienst übernimmt wenn ich länger arbeiten muss. Und der auch mal zu Hause bleibt, wenn die Kinder krank sind.

Ist dein Job gut mit der Familie zu vereinbaren oder ist es eher schwierig?

Ja, mein derzeitiger Job lässt sich ganz gut mit der Familie vereinbaren. Das liegt aber in erster Linie an meinem Chef, der sehr flexibel ist.

Ich kann auch mal von zu Hause arbeiten oder nachmittags oder abends. Das ist ihm eigentlich egal, Hauptsache die Arbeit wird erledigt.

Er hat selbst zwei kleine Kinder und weiß, dass die manchmal unvorhergesehen krank werden. Daher hat er viel Verständnis für spontane Ausfälle. Das entspannt mich sehr.

Wie schaffst du den Spagat zwischen deiner Familie und deinem Job?

Mit viel Organisation und der Unterstützung meines Mannes. Manchmal – nach einem gehetzten Tag – denke ich, ich würde gern zu Hause bleiben und nur für die Kinder da sein. Aber ich weiß, dass mir der Job fehlen würde.

Ich muss auch was für mich tun. Für den Kopf. Auch mal über was anderes reden als nur die Familie und meine Kinder.

Wie regelt ihr das, wenn die Kinder krank sind?

Da wechseln wir uns ab. Mal bleibe ich zu Hause, mal mein Mann. Oft arbeite ich dann abends noch von zu Hause. Oder gehe ins Büro, wenn mein Mann von der Arbeit kommt.

Hast du abschließend noch einen Tipp für andere Mütter, die bei der Jobsuche oder im Alltag mit Kind und Job oft verzweifeln? Was glaubst du funktioniert bei euch besonders gut?

Mir ist es wichtig, dass mein Mann meinen Job genauso wertschätzt wie seinen eigenen. Klar: er verdient Vollzeit den Großteil des Geldes, aber trotzdem nimmt er meine Arbeit genauso ernst.

Außerdem finde ich es toll, dass er ebenfalls mal zu Hause bleibt, wenn die Kinder krank sind. Wir haben uns schließlich beide für Kinder entschieden – mit allen Konsequenzen.

Ich denke es ist wichtig sich da eng abzustimmen: wer hat wichtige Termine, wer kann auch mal fehlen im Job…so fühlt sich niemand allein zuständig und der Frust bleibt gering.

Ich glaube, dass mein Arbeitgeber auch genau das an mir schätzt: dass er weiß, ich bin da, wenn eine Deadline ansteht. Dass er sich auf mich verlassen kann – auch wenn die Arbeit nicht in den regulären Bürozeiten erledigt wird.

Nach der Elternzeit mit Zwillingen zurück in den Beruf!

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