Interviews, Mom at work
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Mom at work: Mit Spielzeugpartys in die Selbstständigkeit

In der Interviewreihe „Mom at work“ setzen sich Mütter mit der Rückkehr in den Job nach der Elternzeit auseinander. Jede Woche berichtet eine neue Mutter über ihre persönlichen Erfahrungen, die sie gemacht hat. Die sind bei den einen positiv, bei den anderen negativ und bei einigen leider sogar erschütternd.

Diese Woche berichtet Melanie, dass sie sich nach ihrer Elternzeit selbstständig gemacht hat, da die Vereinbarkeit von Familie und Job bei ihrem alten Arbeitgeber nicht möglich war. Inzwischen läuft ihr Unternehmen so gut, dass sogar ihr Mann mit einsteigen konnte.

Wie lange warst du in Elternzeit? War die Dauer eine bewusste Entscheidung?

3 Jahre, 2 davon habe ich aber für den Ausbau meiner Selbstständigkeit genutzt. Ja, es war eine bewusste Entscheidung und mit dem Arbeitgeber abgesprochen.

Was ist dein momentaner Job?

Ich bin selbstständige Unternehmerin mit Meilies – mein liebstes Spielzeug. Ich vertreibe deutschlandweit schönes und wertiges Kinderspielzeug via Onlineshop und auf Spielzeugpartys. Zudem bieten mein Team und ich Gewerbetreibenden sogenannte Kinder-Zusatzartikel an. Dieses Produkt nennt sich Happy Bag und Infos findet man auf happybag.de

Hast du diesen Job ursprünglich gelernt und passt er zu deinen Qualifikationen?

Ich habe mein Wissen aus meinem Job mit in meine Selbstständigkeit genommen. Ich habe vor meiner Schwangerschaft noch nebenbei studiert und meinen Bachelor abgeschlossen, als meine Tochter 9 Monate alt war.

Gibt es einen besonderen Grund oder Auslöser, warum du nicht mehr beim gleichen Arbeitgeber wie bereits vor der Schwangerschaft arbeitest?

Mein alter Arbeitgeber war Kinder- und Mütterunfreundlich und bot mir keine Möglichkeit, mich der Situation anzupassen. Daher blieb mir keine andere Wahl, als etwas anderes zu machen.

Du hast dich für die Selbstständigkeit entschieden, die ja auch für „ständig und selbst“ steht. Warum hast du diesen Schritt gewagt und was ist für dich der Vorteil gegenüber der Festanstellung?

Als Selbstständige arbeite ich mehr als vorher, aber bin zeitlich sehr flexibel und kann mich entsprechend um meine 4-jährige Tochter kümmern. Ich arbeite vormittags, wenn sie bis 14 Uhr im Kindergarten ist. Dann abends, wenn sie im Bett ist und am Wochenende, wenn mein Mann Zeit für sie hat. Die Spielzeugpartys finden zudem in der Regel abends statt. Ich bin mein eigener Chef und selbst dann, wenn die Kita wie derzeit streikt, kann ich mich um mein Kind kümmern, ohne mich rechtfertigen zu müssen. Ich beschäftige zudem ausschließlich Mütter, die flexibel arbeiten möchten.

In wie fern decken sich deine Erwartungen in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Job vor der Geburt mit der Realität, die sich dann erst im Alltag gezeigt hat?

Frau mit Kind hat es wahnsinnig schwer im Alltag und in der Gesellschaft. Zunächst ändert sich der komplette Alltag, man muss lernen, die Nerven zu bewahren, den Tagesablauf neu zu organisieren und dennoch versuchen, sich selber treu zu bleiben. Deshalb scheitern auch so viele Beziehungen im ersten Jahr nach der Geburt des Kindes, da viele Paare sich das „Ganze“ einfacher und schöner vorgestellt haben. Für den Mann ändert sich weniger. Er fährt zur Arbeit, lebt seinen Alltag und kommt abends zur Familie. Vielleicht möchte er noch seine Ruhe haben, da er einen anstrengenden Tag hatte. Die Realität sieht definitiv anders aus, als man sich dies während der Schwangerschaft vorstellt.

Ist dein Job gut mit der Familie zu vereinbaren oder ist es eher schwierig?

Sowohl als auch. Ich bin flexibler, aber einen Kunden interessiert es nicht, wenn er anruft, ob das Kind gerade hingefallen ist und getröstet werden muss, krank im Bett liegt und man sich Sorgen macht etc. Genauso interessiert es das Kind nicht, wenn Mama gerade ein wichtiges Telefonmeeting hat oder ein Lieferant im Büro sitz, um über Preise zu verhandeln. Es ist wie jeder Job ein Balanceakt.

Wie schaffst du den Spagat zwischen deiner Familie und deinem Job?

Gute Organisation, die früh morgens anfängt und einen Partner, der voll und ganz hinter einem steht.

Wie regelt ihr das, wenn die Kinder krank sind?

Einer bleibt „Zuhause“ und kümmert sich. Mein Mann ist mittlerweile auch in mein Unternehmen eingestiegen, da geht das ganz gut.

Hast du abschließend noch einen Tipp für andere Mütter, die bei der Jobsuche oder im Alltag mit Kind und Job oft verzweifeln? Was glaubst du funktioniert bei euch besonders gut?

Genau überlegen, wo die Prioritäten für einen persönlich liegen, was man dafür zurückstecken kann und was nicht. Ist es sinnvoll, ein Kind zu bekommen, wenn dies von 07:00 bis 17:00 Uhr in der Krippe ist? Möchte ich auf meinen alten Job und das Geld verzichten oder möchte mein Mann dies? Wenn man sich sicher ist und weiß was man will, dann heißt es Zähne zusammenbeißen und schauen, was der Arbeitsmarkt hergibt. Nicht aufgeben und mutig sein, dann schafft eine Mutter alles!!!

Du hast auch eine Geschichte und möchtest sie mit vielen anderen Müttern teilen? Dann melde dich einfach per E-Mail bei mir.

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