Interviews, Mein wunderschönes Kinderzimmer
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Mein wunderschönes Kinderzimmer: Das Babyzimmer der Terrorpüppi

Heute lässt uns Jessi in Ihr Reich eintreten, denn die Berlinerin zeigt uns das Kinderzimmer ihrer einjährigen Tochter, auch liebevoll Terrorpüppi genannt. Jessica promoviert momentan mit der Hilfe eines Stipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft hauptberuflich an der Uni. Vorher hat sie einen Abschluss zur Diplom-Techniksoziologin gemacht. Da kann ich nur sagen „Hut ab!“. Keine Ahnung wo die Frau neben Familie, Bloggen und Haushalt noch die Zeit und Power für ein Vollzeitstudium her nimmt. Von der Power könnte ich auch mal was gebrauchen! Wenn ihr mehr über sie erfahren wollt, dann findet ihr sie auf ihrem Blog Terrorpüppi. Hier schreibt sie mitreißend und mit einer ordentlichen Portion Berliner Schnauze über alles, was sie in ihrem Alltag bewegt.

Bei der Einrichtung des Zimmers hat sie vor allem Wert darauf gelegt, dass dieses geschlechtsneutral ist und zugleich zu einem Baby passt, aber auch einem sechsjährigen Jungen oder Mädchen noch gefallen wird. Da sie mit Wand-Tattoos arbeitet, kann das Zimmer auch immer mal wieder ohne größeren Aufwand umgestaltet werden.

Was war dir bei der Einrichtung und Gestaltung des Kinderzimmers besonders wichtig?

Mir war es zunächst wichtig, dass die Möbel des Kinderzimmers schon vor der Geburt da sind, weil ich ahnte, dass ich danach nicht so recht den Nerv dafür haben könnte. Mein Partner hätte vermutlich noch gewartet, aber ich habe mich dann informiert und ein wunderschönes Kinderzimmer entdecken können. Da wir uns das Geschlecht unseres Babys nicht haben verraten lassen, sondern uns dies als Überraschung bis zum Moment der Geburt aufhoben, musste das Kinderzimmer definitiv geschlechtsneutral sein. Das hätte ich allerdings auch sonst klar bevorzugt, denn rosa Prinzessinnenzimmer sind mein persönlicher Alptraum. Abseits von rosa, blau und weiß ist die Kinderzimmer-Auswahl leider stark eingeschränkt. Ich war sowieso etwas erschrocken, dass so viele Kinderzimmer weiß sind. Für mich sollte ein Kinderzimmer auch farbenfroh sein und vor allem: Es sollte für das Kind designt sein und nicht für die Erwachsenen. Viele Möbel entsprachen meiner Meinung nach nur elterlichen Geschmäckern, aber berücksichtigten gar nicht die speziellen Bedürfnisse von Kindern. Ja und zuletzt wollten wir kein Babyzimmer, sondern ein richtiges Kinderzimmer und zwar eines, das einige Jahre durchhält und zwar nicht nur von der Qualität her, sondern auch dem Geschmack eines sechsjährigen Kindes noch entsprechen kann. Natürlich haben wir die Möbel noch um weitere Accessoires wie Wandtattoos, einen Spielteppich oder passende Vorhänge ergänzt. Und auch in den nächsten Jahren werden wir sicherlich immer wieder kleinere Erweiterungen oder Anpassungen des Zimmers vornehmen.

Mein wunderschönes Kinderzimmer: Babyzimmer geschlechtsneutral einrichten

Wo und wie hast du dich inspirieren lassen?

Zunächst habe ich mich an die Kinderzimmer von Freunden erinnert und mir überlegt, was mir gut an diesen gefällt und was nicht. Nach einem kurzen Blick in die Webseiten der großen Möbelhäuser hat mich leider kein Kinderzimmer auf Anhieb überzeugt. Auch beim schwedischen Möbelhaus, bei dem wir während der Schwangerschaft aufgrund unseres Umzugs Dauergäste waren, habe ich nichts finden können, wo ich mir dachte „ja genau, das muss es sein“. Irgendwie sträubte ich mich gegen ein 08/15-Kinderzimmer für meinen kleinen Krümel und mir war ja auch eine hohe Qualität wichtig. Also suchte ich online weiter und fand schließlich einen kleinen polnischen Hersteller namens Meblik, der mich mit seinen Ideen, seiner Qualität und auch den Preisen überzeugte. Allerdings auf Bilder allein vertrauen ohne einen persönlichen optischen und haptischen Eindruck? Wie es der Zufall wollte, eröffnete genau dieser Hersteller seine erste Deutschlandfiliale kurze Zeit später gleich in meiner Nähe, sodass ich mich vor Ort endgültig überzeugen konnte.

Wie wichtig sind dir im Kinderzimmer Funktionalität und Langlebigkeit?

Funktionalität und Langlebigkeit waren uns ausgesprochen wichtig. Erschreckend fand ich zum Beispiel, wie viele Kindermöbel scharfe Kanten aufweisen. Leicht abgerundet kann doch nicht so schwer sein, oder? Oder Schubfächer. Die sind nicht selten nur schwer für so einen kleinen Krümel zu öffnen. Ich finde aber, dass ein Kind problemlos Türen und Schubfächer auch allein öffnen können sollte. Darauf haben wir zum Beispiel geachtet.

Mein wunderschönes Kinderzimmer: Babyzimmer geschlechtsneutral einrichten

Dann hat uns das dreistufig umbaufähige Kinderbett überzeugt. Zunächst ein normales Gitterbett, später ein Bett mit seitlichen „Auffang“-Stützen und zuletzt dann ein normales Bett ohne „Rausfallschutz“. Da Kinder ja nun mal Kinder sind und sich auch entsprechend benehmen dürfen, sollten die Möbel zu allerletzt auch grobem Spiel standhalten können. Die richtigen Härtetests stehen uns allerdings noch bevor. Aber ich bin optimistisch!

Mein wunderschönes Kinderzimmer: Babyzimmer geschlechtsneutral einrichten

Was ist deine Lieblingsecke im Kinderzimmer?

Ich persönlich mag die Ecke, in der das Hochregal steht besonders gerne. Beim Regal selbst sind ganz unten zwei Fächer noch mit Türen versehen und da stelle ich regelmäßig andere Spielsachen rein, so dass die Püppi es liebt, die Türen aufzumachen und sich überraschen zu lassen. Außerdem besteht das Regal aus vielen Fächern, an welche die Püppi etwa zur Hälfte rankommt.Das finde ich sehr praktisch, weil auf diese Weise sie sich selbst ihr Spielzeug aussuchen kann, zugleich aber kann ich Dinge auch gezielt höher stellen, die nicht ohne Aufsicht bespielt werden sollen – bestimmte Bücher beispielsweise. Außerdem wirke ich dem zu schnellen Langweiligwerden des eigenen Spielzeugs ein wenig entgegen, indem ich immer wieder einige Sachen für kurze Zeit aus ihrem Blick- und Greiffeld nehme. So entdeckt sie ihr Spielzeug auch immer wieder neu.

Mein wunderschönes Kinderzimmer: Babyzimmer geschlechtsneutral einrichten

Die Ecke mag ich einfach, weil auch direkt neben dem Regal eine kleine Garderobe hängt, unter der zwei Schildkröten die Wand entlanglaufen.

Welche ist die Lieblingsecke der Kinder?

Das Bett. Meine Tochter ist ja jetzt 17 Monate alt und seit einigen Monaten liebt sie es, in ihr Bett hinein und wieder hinaus zu klettern. Tagsüber machen wir deshalb zwei Gitterstäbe raus. Mittlerweile legt sie ihre Kuscheltiere gerne ins Bett schlafen oder versteckt sich auch mal selbst unter einer Decke und spielt so mit uns Verstecken. Bei diesen Spielen kann sie sehr ausdauernd sein und wirklich bezaubernd lachen.

Mein wunderschönes Kinderzimmer: Babyzimmer geschlechtsneutral einrichten

Und jetzt mal ganz ehrlich: Wer räumt das Kinderzimmer auf?

Na da unsere Tochter noch so klein ist, räumen wir noch auf – aber sie hilft uns fleißig. Allerdings ist ihr Verständnis von Ordnung ein sehr spezielles. Wir versuchen jeden Abend vor dem Schlafengehen gemeinsam mit ihr aufzuräumen und hoffen, dass sie so lernt, dass eine gewisse Grundordnung etwas ganz natürliches ist, keinen großen Aufwand darstellt und durch Regelmäßigkeit unproblematisch hergestellt werden kann. Über den Erfolg kann ich aber erst in einigen Jahren berichten.

Liebe Jessica, ich danke dir für das tolle Interview und die schönen Fotos vom Zimmer deiner Tochter!

Und wenn du auch zeigen möchtest wie dein Kind oder deine Kinder wohnen, dann melde dich doch einfach bei mir und ich sende dir dann die Fragen und Infos zu. Mitmachen kannst du, wenn du ein Baby-, Kinder- oder Jugendzimmer eingerichtet hast, auf das du stolz bist und anderen Eltern als Inspirationsquelle zur Verfügung stellen möchtest.

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