Mein Weg in die Selbstständigkeit
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Mein Weg in die Selbstständigkeit mit einem Promi-Online-Magazin

Viele Mütter sind nach der Geburt ihres Kindes bereit für einen beruflichen Neuanfang. In diesem Lebensabschnitt ändert sich so unsagbar vieles im Leben einer kleinen Familie und der Weg zurück in das alte wird einem oft nicht einfach gemacht oder gar komplett verwehrt.

Die Mütter in meiner Interviewreihe sind einen mutigen Schritt gegangen, indem sie einen beruflichen Neustart gewagt haben. Einige sind in ihrem Bereich geblieben, andere haben sich in ganz neue Gefilde gewagt. Damit diese Mompreneurs ihre Erfahrungen weitergeben können, erzählen sie uns von ihrem Mut. Traut euch an einen Neuanfang, denn jeder ist seines Glückes Schmied.

Cornelia ist 33 Jahre jung und hat sich mit Ihrem Online-Promi-Magazin Niveau Klatsch selbstständig gemacht. Ursprünglich ist die Düsseldorferin gelernte Industriekauffrau und studiert momentan im zweiten Mastersemester Geschichte.

Cornelia mit Rokko Stark beim Promi-Boxen

Cornelia mit Rokko Stark beim Promi-Boxen

Wann ist die Idee aufgekommen und was war der Auslöser, dass du sie in ein reales Projekt umgewandelt hast?

Hätte mich jemand vor oder während meiner Schwangerschaft gefragt, ob ich mich irgendwann einmal selbstständig machen möchte, hätte ich ihn vermutlich ausgelacht. Mein Traumjob war damals klassisches „9 to 5“, ein vermeintlich sicherer Arbeitsplatz und ein gesundes Maß an Verantwortung, das nach dem Auschecken an der Stechuhr abgegeben wurde. Nach meiner Elternzeit wurde ich von meinem ehemaligen Arbeitgeber, bei dem ich ohnehin einen befristeten Vertrag hatte, nicht mehr eingestellt. Mein Freund erinnerte mich daran, dass ich doch ohnehin immer studieren wollte. Irgendwie war es Schicksal, Geschichte und Germanistik zu studieren, die Liebe zum Schreiben wieder zu entdecken und zu erkennen, dass ich mich arbeitstechnisch nicht mehr auf die Launen eines Unternehmens verlassen möchte. Ich möchte mein eigener Chef sein. So weiß ich auch, mit wem ich zu meckern habe, wenn etwas schief läuft oder der Kaffee nicht schmeckt.

Warum hast du genau diese Geschäftsidee umgesetzt und was ist das Besondere daran?

Ich denke, das Besondere an meiner Geschäftsidee ist, das es kein Online Magazin wie niveau-klatsch.com gibt. Ich kenne zumindest keines. Wir besuchen Events, vom Mittelaltermarkt oder der Museumseröffnung über die Gothic Veranstaltung bis hin zu Deutschlands größten Festivals. Wenn wir prominente Menschen interviewen, wühlen wir nicht im Dreck. Wir respektieren unsere Interviewpartner und sind dankbar für jeden, der uns einige Minuten seiner Zeit schenkt. Egal, ob sie noch heute, wie zum Beispiel Michael „Bully“ Herbig Kinofilme drehen oder wie Waltraud Haas zu den Kultstars der 1960er Jahre gehörten: wir bieten unseren Lesern ein buntes Potpourri mit allen Themen der Medienlandschaft und des öffentlichen Lebens.

Wie sahen deine ersten Schritte aus?

Das Magazin wurde ins Leben gerufen, damit ich meinen inneren Schweinehund überwinde. Ich habe mich quasi gezwungen, meine Vorlesungen an der Uni zusammen zu fassen und ins Netz zu stellen. So bekam ich meine ersten Leser. Irgendwann meinte ein Kommilitone: „Mach‘ doch mal was mit Medien!“. Ich habe Interviewanfragen an die Stars meiner Jugendzeit verschickt. Katrin Thielemann, Walter Sittler, Jürgen von der Lippe und das Comedy-Duo Badesalz gehörten zu meinen ersten Interviewpartnern. Auch das Interesse meiner Kommilitonen an einer Mitarbeit wuchs, so dass wir aktuell aus einem Team von circa fünfzehn Leuten bestehen und in ganz Deutschland unterwegs sind.

Wie wurdest du bei der Neugründung unterstützt und was waren gute Anlaufstellen?

Meine Familie hat mich zu jeder Zeit bei meinem Projekt unterstützt und tut es noch heute. Ohne die Hilfe und Unterstützung meines Freundes und der Begeisterung meiner Tochter für meinen Job wäre es mir nicht möglich, diesen auszuführen. Es lohnt sich nicht, sich in dieser Hinsicht etwas vorzumachen. Ohne die beiden würde niveau-klatsch.com nicht existieren. Ich bin den beiden sehr, sehr dankbar. Genauso natürlich danke ich dem Rest des Niveau-Klatsch-Teams. Alle sind wunderbare Menschen, mit denen es wirklich Spaß macht, zu arbeiten.

Ein wichtiger Punkt ist ja die Finanzierung, da die anfängliche Zeit in der Regel erstmal finanziell überbrückt werden muss oder auch große Anfangsinvestitionen anstehen. Wie hast du das hinbekommen und was kannst du hier den anderen für Tipps mit auf den Weg geben?

Bei niveau-klatsch.com habe ich den Vorteil, dass ich noch studiere und demzufolge Bafög beziehe. Der Betrag ist ein angenehmer Puffer für den Notfall. Generell ist es natürlich immer sinnvoll, sich finanziell nicht zu übernehmen. Manchmal muss es nicht der Drucker für 200 EUR sein. Auch der vollautomatische Kaffeeautomat kann häufig noch ein wenig warten. Ein günstiges, organisiertes Chaos ist viel mehr wert als eine teure Ausstattung, hohe Investitionen und dafür ein Stapel offener Rechnungen.

Hattest du die Gründung komplett durchkonzipiert oder war es eher ein Aus-dem-Bauch-heraus-Prozess?

Niveau-Klatsch.com hat sich definitiv als Selbstläufer entwickelt. Viele haben, denke ich, insgeheim Wetten darauf abgeschlossen, wie lange Mutti diese „Promi-Event-Seite“ durchzieht, bevor es sie wieder ins Büro verschlägt. Mittlerweile bin ich einfach nur froh, dass ich ein absoluter Herz-Bauch-Mensch bin und das Hirn öfter ausschalte. Das mag sich extrem anhören, aber der Sprung ins kalte Wasser war für mich definitiv die richtige Entscheidung. Abende wie die „Lambertz Monday Night“ oder den „Dancer against Cancer“-Ball in der Wiener Hofburg konzipiere ich im Kopf. Ich überlege, was ich trage, wie ich das Magazin präsentieren möchte, … aber langfristige Dinge bzw. der Verlauf der Gründung haben sich ergeben.

Cornelia mit Mausi Lugner

Cornelia mit Mausi Lugner

Was hättest du im Nachhinein anders gemacht und was hat besonders gut geklappt?

Gute Frage. Ich glaube nicht, dass ich irgendetwas anders machen würde, wenn ich noch einmal die Gelegenheit dazu hätte. Es wäre schade, wenn ich einen bestimmten Schritt bereuen würde. Klar, manchmal ist man mit einem Interview weniger zufrieden oder man findet nicht die passenden Worte für ein Event. Das ist menschlich. Im Prinzip hat alles auf seine Art und Weise besonders gut geklappt. Vor allem ist es schön, mit einigen Interviewpartnern noch immer in Kontakt zu stehen, sich zu treffen und sich auch über Niveau-Klatsch hinaus auszutauschen.

Welche Tipps kannst du all denen geben, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen sich selbstständig zu machen?

Wenn ihr eine Idee habt, die euch über Tage, Wochen oder Monate nicht los lässt: versucht es! Ihr werdet euch ohnehin immer mit dem Thema beschäftigen. Niemand möchte mit einem nachdenklichen „Ach, hätt‘ ich doch…“ im Altersheim sitzen. Bleibt aber trotzdem realistisch! Sich selbst zu überschätzen ist genauso gefährlich, wie sein Licht unter den Scheffel zu stellen. Falls euer Unternehmen von eurer Family unterstützt wird und ihr davon überzeugt seid, anders, aber gut zu sein: haut rein,… aber dann richtig und mit ganzem Herzen.

Du hast auch eine Geschichte und möchtest sie mit vielen anderen Müttern teilen? Dann melde dich einfach per E-Mail bei mir.

Fotos: Cornelia Wilhelm

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