Mein Weg in die Selbstständigkeit
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Mein Weg in die Selbstständigkeit: Die Gründerin von Fitdankbaby

Viele Mütter sind nach der Geburt ihres Kindes bereit für einen beruflichen Neuanfang. In diesem Lebensabschnitt ändert sich so unsagbar vieles im Leben einer kleinen Familie und der Weg zurück in das alte wird einem oft nicht einfach gemacht oder gar komplett verwehrt.

Die Mütter in meiner Interviewreihe sind einen mutigen Schritt gegangen, indem sie einen beruflichen Neustart gewagt haben. Einige sind in ihrem Bereich geblieben, andere haben sich in ganz neue Gefilde gewagt. Damit diese Mompreneurs ihre Erfahrungen weitergeben können, erzählen sie uns von ihrem Mut. Traut euch an einen Neuanfang, denn jeder ist seines Glückes Schmied.

Rebecca ist 34 Jahre und wohnt mit Ihrer Familie in Augsburg. Bereits während Ihrer Ausbildung und dem Studium hat Sie nebenberuflich als Tanz- und Fitnesstrainerin mit Kindern und Erwachsenen gearbeitet. Als Rebecca dann bewusst wurde, dass Sie genau das auch in Zukunft machen möchte, hat Sie Ihr Studium abgebrochen um sich voll und ganz der Selbständigkeit als Trainerin widmen zu können.

Wann ist die Idee aufgekommen und was war der Auslöser, dass du sie in ein reales Projekt umgewandelt hast?

Die Idee kam nach der Geburt meines Sohnes 2007 und ist quasi schon aus der Praxis entstanden. Ich hatte meinen Sohn bei meinen regulären Tanz- und Fitnesskursen oftmals dabei und habe ihn einfach bei manchen Übungen dazugenommen. Er fand das sofort toll und die Teilnehmer auch, so dass ich mich zuhause gleich hingesetzt und ein Programm entwickelt habe. Allerdings hat es dann natürlich noch eine ganze Zeit gedauert, bis es konzeptionell ausgereift war. Ich habe diverse Fortbildungen gemacht und viele Experten dazugeholt. Ich habe dann selbst drei Jahre lang fitdankbaby®-Kurse angeboten und viel Erfahrung gesammelt, bevor wir dann mit dem Ausbildungs- und Lizenzkonzept für Trainer und Studios an den Start gegangen sind.

Existenzgründung als Mutter: Fitmitbaby (R)

Warum hast du genau diese Geschäftsidee umgesetzt und was ist das Besondere daran?

Weil ich selbst ein solches Angebot als Mutter vermisst habe und die Nachfrage von Anfang an sehr hoch war. Das Besondere ist, dass es zu dieser Zeit noch gar kein Kurskonzept in diese Richtung gab. Wir waren sozusagen Marktöffner für Mutter-Baby-Sport. Heute gibt es auch andere Anbieter, von denen wir uns allerdings klar abgrenzen: Bei fitdankbaby® wird das Kind zu 100% einbezogen und es werden auch gezielt Babyfitness-Übungen gemacht. Zudem haben wir einen speziellen Trainingsgurt entwickelt, welcher unglaublich viele Übungsvariationen ermöglicht. Das ist beispielsweise mit einer Tragehilfe gar nicht machbar. Außerdem haben wir einen hohen Qualitätsanspruch – alle Trainer brauchen eine Grundqualifikation im Fitnessbereich. Das ist auch nicht überall so.

Wie sahen deine ersten Schritte aus?

Kurz zusammengefasst:

  • Weiterbildungen, Hilfe bei Konzepterstellung durch Experten aus verschiedenen Bereichen
  • Testkurs mit befreundeten Müttern
  • Markenanmeldung
  • Entwicklung des fitdankbaby®-Gurtes
  • CI-Erstellung, Flyer, Website

Wie wurdest du bei der Neugründung unterstützt und was waren gute Anlaufstellen?

Ich hatte bereits Erfahrung mit der Selbständigkeit, da ich zuvor schon freiberuflich Fitnesskurse gegeben habe. In diesem Bereich ist es ziemlich üblich, freiberuflich zu arbeiten und da bekommt man vieles schon in der Ausbildung mit. Bei der Neugründung von fitdankbaby® hat mir geholfen, dass ich bereits ein großes Netzwerk in meiner Stadt hatte und zudem selbst gerade Mutter geworden bin. Ich wusste also, wo ich die Mütter finden konnte und ich hatte sofort Partner (Studios, VHS, Mütterzentren), die mein Kursangebot in ihr Programm aufgenommen haben. Im späteren Verlauf, gerade mit der Entstehung des Ausbildungs- und Lizenzkonzepts und der internationalen Expansion war mein Mann meine größte Stütze. Auch er ist mittlerweile voll im Unternehmen tätig.

Ein wichtiger Punkt ist ja die Finanzierung, da die anfängliche Zeit in der Regel erstmal finanziell überbrückt werden muss oder auch große Anfangsinvestitionen anstehen. Wie hast du das hinbekommen und was kannst du hier den anderen für Tipps mit auf den Weg geben?

Ich würde niemals „aus dem Nichts heraus“ gründen. Schon gar nicht, wenn es mit hohen Investitionen verbunden wäre bzw. wenn ich das Geld dazu nicht hätte. Ich rate immer zu langsamen Wachstum und umfangreicher Testphase, um ein Business mit Hand und Fuß zu erstellen und langfristig am Markt existieren zu können. So kam bei mir auch ein logischer Schritt nach dem anderen. Trotzdem wurde ich natürlich auch oft von den Entwicklungen überrannt 🙂 Mein Tipp ist außerdem, wirklich genau hinzuschauen, wem man Geld gibt – wo es nötig oder auch verzichtbar ist. Es kommen so viele Menschen auf einen zu, die angeblich das Beste für dein Unternehmen wollen – aber letztendlich weißt nur du, was das Beste ist, da nur du dein Unternehmen kennst. Auch, wenn du keine studierte Juristin oder BWLer oder Marketingfrau bist. Die günstigsten Möglichkeiten solltest du voll ausschöpfen: besonders das Netzwerken und das Bilden von Kooperationen ist meist kostenlos aber mit am effektivsten.

Hattest du die Gründung komplett durchkonzipiert oder war es eher ein Aus-dem-Bauch-heraus-Prozess?

Wie gesagt, es ging alles Schritt für Schritt. Mein Mann und ich arbeiten eng zusammen, aber völlig unterschiedlich. Ich bin Pragmatikerin und mache auch gerne mal einen Schnellschuss. Zum Glück habe ich die Dinge meist intuitiv richtig gemacht. Mein Mann ist der Planer, der gerade bei größeren Entscheidungen nochmals alles durchkalkuliert. Diese Kombination finde ich absolut genial. Im Nachhinein betrachtet war jede Entscheidung wohl überlegt und diskutiert, aber nicht immer auf Papier ausgearbeitet.

Was hättest du im Nachhinein anders gemacht und was hat besonders gut geklappt?

Ehrlich gesagt bin ich sehr zufrieden mit der Entwicklung des Geschäfts. Auch, wenn mal etwas nicht rund läuft, bringt es Erfahrung und bringt es einen weiter. Ich sehe in allem immer das Positive und glaube fest daran, dass sich alles zum Guten fügt. Von daher hat eigentlich alles gut geklappt.

Welche Tipps kannst du all denen geben, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen sich selbstständig zu machen?

Du solltest dich intensiv damit auseinandersetzen, was es bedeutet, selbständig zu sein. Bist du ein Unternehmertyp oder brauchst du die Sicherheit einer Festanstellung? Präsentiere deine Idee einem potentiellen Kundenkreis und nimm jedes Feedback auf. Konzentriere dich aber gleichzeitig darauf, was du möchtest und setze nur die Dinge um, von welchen du absolut überzeugt bist. Und (ganz wichtig für Mütter): Der Partner muss zu 100% von Anfang an hinter dir und deinen Entscheidungen stehen und die Kinderbetreuung sollte geregelt sein.

Fotos: Rebecca Köhler

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