Mini-Me
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Bye, Bye Schnuller

Wir haben wochenlang überlegt, wie wir es am besten anstellen. Wir wollten das Kind nicht traumatisieren und uns eine riesige Schreierei ersparen. Es sollte kurz und schmerzlos sein. Am besten, wenn er gerade alt genug ist, den Verlust seines Schnullers zu verstehen und zu akzeptieren. Wir brauchten den perfekten Zeitpunkt und wir wollten es so unkompliziert wie bei unserer Tochter. Der haben wir einige Wochen nach ihrem zweiten Geburtstag nämlich gesagt, dass Schnullis was für Babys sind und ob wir ihre nicht im Garten vergraben wollen. Kurzes überlegen und dann ein zustimmendes „Ja“. Wir sind in den Garten, haben ein Loch gebuddelt und fertig. Abends beim zu Bett gehen hat sie natürlich nochmal kurz gefragt, aber sie hat einfach verstanden und akzeptiert, dass das Teil jetzt weg ist. So wollten wir es auch gerne bei unserem kleinen Mini-Me.

Abschied vom Schnulli

Ein mehrmaliges Nachfragen, ob er jetzt nicht zu groß für seinen geliebten Uni wäre, brachte mir nur ein missachtendes „Nein“ entgegen. Wir fragten immer wieder und versuchten es auch mit Bestechung. NIX! Irgendwann kam dann die Zustimmung, dass er ihn abgibt, wenn er mit seiner großen Schwester zum Kinderturnen darf. Aber als es abends ins Bett ging, war das Kinderturnen nicht mehr so wichtig wie sein Schnuller. Wir versuchten es immer wieder, bis ich nachmittags, direkt nach der Turnstunde seiner Schwester meinte: „Wenn du jetzt deine Schnullis einbuddelst, dann darfst du nächste Woche mit zum Kinderturnen.“ Es gab ein entschiedenes „NEIN!“ Ich versuchte es weiter: „Du darfst auch ganz alleine mit Papas Spaten ein Loch buddeln, die Schnullis rein schmeißen und alles alleine wieder zu buddeln.“ Auf einmal sah ich ein Leuchten in seinen Augen. Noch während er begeistert „JAAA“ rief, lief er zur Haustür und zog sich die Schuhe an. Loch gebuddelt – Schnullis rein – Loch wieder zu – fertig. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob er sich der Tragweite im Klaren war und hatte echt Respekt vor dem Abend. Im Bett kam dann auch direkt die Frage, was denn mit seinem Schnulli sei. „Ja eingebuddelt.“ Erst nachdenken, dann meckern, das zu einem bockigem Geschreie wurde. Irgendwann war mir das zu blöd und ich ging erstmal eine Runde saugen. Nach zehn Minuten war er mit dem Bocken dann fertig, ich habe mich noch fünf Minuten zu ihm gekuschelt und dann ist er alleine eingeschlafen.

Alles in allem war es nicht so reibungslos wie bei der Großen, aber weit von dem entfernt, was wie erwartet hatten. Ich bin froh, dass ich nicht mehr ständig zurück rennen muss, weil ich den Schnulli vergessen habe oder eines von den 1000 Exemplaren im Haus suche, weil sich alle mal wieder verstecken. Das Kapitel Schnuller ist bei uns endlich abgeschlossen. Und wo wir schon dabei sind. Die Windeln wäre ich auch gerne los. Aber das wird wohl nicht nur ein Tagesprojekt…

Abschied vom Schnulli

5 Kommentare

  1. Bei uns war es die Schnullerfee, die die Schnuller nachts alle eingesammelt und als Bezahlung für ein Fahrrad mitgenommen hat.

    • StyleMom sagt

      Ein Fahrrad ist auch ein guter Tausch. Mein Sohn war aber leider wunschlos glücklich, als er gehört hat, dass die Schnuller sein Bezahlmittel sind.

  2. Oh ich wünschte, es wäre bei uns auch so einfach…aber da die Maus leider keinen Schnuller hat, sondern ihren Daumen nimmt, werden wir wohl noch eine Weile damit zu kämpfen haben. Denn so einen Daumen kann man ja nicht einfach im Garten einbuddeln 🙁

    • StyleMom sagt

      Ja, ich habe auch immer gehofft, dass die beiden keinen Daumen nehmen, weil das mit dem Abgewöhnen so schwer ist. Meine Eltern haben da bei mir auch gekämpft. Aber irgendwann wird es von alleine weniger, weil es ihnen peinlich ist und sie selbst erkennen, dass sie dafür zu alt sind.

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