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So lieben Kinder Fisch!

GAPP: Alaska Seelachs aus dem Fanggebiet FAO67

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Letzte Woche wurde ich von GAPP zu einem Interview auf die Internationale Grüne Woche eingeladen. GAPP steht für Genuine Alaska Pollock Producers und ist der Verband der Alaska-Seelachs-Fischereien und -Produzenten aus Alaska. Ihr ahnt also, dass es sich um eines meiner Lieblingsthemen, die gesunde Ernährung handelt. 😉

Vorab einige trockene, aber wichtige Informationen zum Alaska Seelachs. Es gibt zwei Fanggebiete, in denen der Alaska Seelachs gefangen wird. Das sind der Nordwestpazifik (FAO 61 / Russland) und der Nordostpazifik (FAO 67 / Alaska). Für euch die wichtigste Information zu den Fanggebieten ist, dass 91% des Fisches aus dem 67er Fanggebiet nur einmal tiefgefroren und noch direkt auf dem Schiff verarbeitet wird. Ein Großteil des Fisches aus dem 61er Fanggebiet wird hingegen zweimal gefroren. Erst auf dem Schiff und dann nochmal zur Weiterverarbeitung zum Beispiel in China. Dies verschlechtert nicht nur die Umweltbilanz, sondern auch die Qualität des Fisches. Außerdem wurden die Fischereien in Alaska bereits zum dritten Mal in Folge MSC-zertifiziert. Wenn ihr beim Kauf des Alaska Seelachs also auf Qualität und Nachhaltigkeit achten wollte, dann schaut ob auf den Verpackungen FAO67, Nordostpazifik oder 67 steht und ob ihr das MSC-Label entdeckt.

Das Interview habe ich mit dem unabhängigen Ernährungswissenschaftler Dr. Stephan Lück geführt. Er hat bereits Auftritte beim WDR und bei Pro 7 gehabt und ist ein echter Spezialist auf dem Gebiet der gesunden Ernährung. Ich habe ihn alles gefragt, was ich schon immer mal über den Verzehr von Fisch wissen wollte.

GAPP: Alaska Seelachs aus dem Fanggebiet FAO67

Foto: Dirk Enters

Viele Kinder mögen keinen Fisch. Kann man geschmackliche Vorlieben erlernen?

Geschmacksempfinden erlernt man immer. Die Eltern bilden hier das Vorbild. Das heißt, wenn die Eltern keinen Fisch mögen, dann tun die Kinder dies in der Regel auch nicht.

Damit Kinder an einen bestimmten Geschmack herangeführt werden, sollte man sie beim Kochen mit einbeziehen. Sie auch mal was machen lassen, was schneiden lassen, damit sie sich gewertschätzt fühlen und so auch das Essen wertschätzen. Natürlich ziehen Fischstäbchen bei Kindern immer, da sie einen krossen Geschmack haben und so an Pommes erinnern. Auch der Fischgeruch, der für viele abstoßend ist, macht sich so nicht bemerkbar. Es ist wichtig die Kinder in den Kochprozess mit einzubeziehen, damit sie das Kochen selber lernen und so ein Gefühl dafür entwickeln.

Ab wann sollten Kinder mit dem Verzehr von Fisch beginnen?

Der Vorteil von einem Raubfisch wie dem Alaska Seelachs ist der sehr hohe Gehalt an Jodsalz, ein sehr leicht verdaubares Protein sowie das hervorragende Fett. Ein besseres Produkt gibt es für die Beikost nicht, sobald man nicht mehr nur Gemüse oder Obst, sondern auch Proteine zufüttert. Für das Wachstum braucht ein Kind Proteine, die im Seelachs stecken. Lachs hingegen ist sehr fett und deshalb nicht so gut geeignet. Das Lachsöl ist für das Kleinkind schlechter verdaulich. Hier sollte man lieber auf Milchfett setzen, da dieses auf Grund seiner enzymanthischen Ausstattung für Säuglinge und Kleinkinder leichter verdaubar ist. Seelachs hat hier nur 1 Prozent Fett und dies sind Omega-3-Fettsäuren, die für die Entwicklung des Gehirns wichtig sind.

Wie oft sollte man Fisch essen?

Egal ob Erwachsene oder Kinder, das Jod in den Fischen ist für den Körper wichtig. Hier sollte man auf natürliche Jodquellen wie den Fisch zurückgreifen und nicht auf Mittel wie Jodsalz, da Salz nur in geringen Mengen aufgenommen werden soll. Hier ist es wichtig, dass es Seefische sind und keine Süßwasserwische.

Fischstäbchen oder Backfisch?

Mit Blick auf die Hauptnährstoffe zeigt sich, dass Fischstäbchen eine größere Oberfläche und damit mehr Panade haben. Backfisch hat eine kleinere Oberfläche im Verhältnis zur Masse und ist damit gesünder. Allerdings kann man das nicht verallgemeinern. Es muss zum Beispiel auch auf den Fettgehalt der Panade geachtet werden. Bereite ich die Fischstäbchen im Ofen zu, sind diese automatisch weniger fettig, als wenn ich sie in der Pfanne brate. Beim Kauf ist es hier wichtig darauf zu achten, dass die Produkte nur einmal tiefgefroren wurden. Das heißt, dass man sie bereits auf dem Fangkutter fertig verarbeitet und nicht nochmal zum Beispiel nach China verschifft, auftaut und weiter verarbeitet. So würden die Nährstoffe und der Geschmack verloren gehen und es gelangt zu viel Wasser in das Produkt. Da auf den Lebensmitteln nicht steht, ob es sich um Single- oder Double-Frozen handelt, gibt es einige Tricks. Hier könnt hr auf die Bezeichnungen FAO67, Nordostpazifik oder 67 achten und ob ihr zusätzlich das MSC-Label auf der Verpackung entdeckt. Es ist auch nicht wichtig darauf zu achten, dass ein Bio-Label auf der Packung zu finden ist. Seelachs ist ein Wildtier und damit automatisch Bio.

Verlieren TK-Produkte irgendwann ihre Nährstoffe?

Einen fetten Fisch wie Lachs sollte man in einem Monat aufbrauchen. Das liegt aber nicht an den Vitaminen, sondern am Fett. Im tiefgefrorenen Zustand kann auch Fett ranzig werden. Wenn man Lachs nach einem Jahr auftaut und zubereitet, dann würde man ihn nicht mehr essen wollen, da er ranzig und penetrant schmeckt. Magere Fisch wie Seelachs, Schellfisch oder Kabeljau hingegen, die einen Fettgehalt von etwa 1 % haben, halten sich tiefgefroren bis zu einem halben Jahr.

Fisch lieber frisch vom Markt oder TK?

Die meisten Fische die es bei uns gibt wurden bereits einmal tiefgefroren, selbst wenn sie ungefroren in der Theke liegen. Das liegt an gewissen Rechtsprechungen, da unter Tiefkühltemperaturen alle Parasiten kaputt gehen. Wenn ich rohen Fisch verzehre, dann muss dieser Fisch tiefgefroren gewesen sein. Die Gefahr einer parasitären Belastung wäre sonst zu hoch. Fische aus der Nähe sind da etwas anderes, da diese morgens frisch gefangen angeliefert werden.

Worauf sollte man beim Kauf von Fisch achten?

Das wichtigste ist das Riechen. Ein frischer Fisch riecht nicht. Den Verkäufer immer fragen von wann der Fisch ist. Wann wurde er geliefert, wann wurde er aufgetaut? Heutzutage ist der Warenumsatz aber so groß, dass der Fisch in der Regel nicht länger liegen bleibt. Bei einem ganzen Fisch sollte man darauf achten, dass er eine schöne, frische Schleimschicht und knallrote Kiemen hat. Die Augen müssen glänzen, dass Fleisch muss beim Reindrücken fest sein.

Das waren nun meine Fragen an den Ernährungswissenschaftler Dr. Stephan Lück. Ich hoffe, ihr habt auch so viel Neues erfahren wie ich. Kanntet ihr den Unterschied zwischen den Fanggebieten? Mir war das ja alles neu. Wenn ihr Interesse an weiterführenden Informationen habt, dann schaut euch doch mal die folgenden Links an:

GAPP: Alaska Seelachs aus dem Fanggebiet FAO67

Foto: Dirk Enters

14 Kommentare

  1. Oh wie spannend. bei uns ist es der Mann der keinen Fisch mag und die Motte und ich die ihn gerne essen. Aber sie ist eh – nach Gemütszustand – sehr experimentierfreudig. Im Urlaub hab sie mir meinen Krebs vom Teller weg gegessen. Der kam frisch aus dem Roten Meer….
    Ich bin total begeistert von den spannenden Infos. Danke dafür.

    • StyleMom sagt

      Bei uns ist das Essensverhalten ja auch ganz stark von der Tagesform abhängig Fisch haben beide direkt als Brei bekommen. Beziehungsweise im Brei. Und ich bin mir sicher, dass das mit einen großen Anteil daran hat, dass beide gerne Fisch essen.

  2. Super spannendes Interview.
    Ernährung ist wirklich zur Zeit mein Thema und ich finde es so krass, was man auf diesem Gebiet inzwischen alles beachten muss bzw. kann.

    Danke für den informativen Text. Ich bin gespannt wie sich das in unserem Leben umsetzen lässt.

    Deine Alina

  3. Mareike - Everywhere I Go sagt

    Spannendes Thema! Wir essen alle super gern Fisch, aber in der heutigen Zeit hat man da eher einen anderen Gewissenskonflikt. Ich wollte in Zukunft auch mal versuchen mit Algen zu kochen, aber auch da muss man wohl vieles beachten, weil viele Algen für uns zu viel Jod enthalten…. (hachz..) 🙂

    • StyleMom sagt

      Also an Algen auf dem Teller habe ich noch gar nicht gedacht. Berichte dann mal, was du damit gemacht hast und wie sie geschmeckt haben. Ich stelle mir das doch sehr salzig vor

  4. Mareike - Everywhere I Go sagt

    Ein spannendes Thema! Wir alle lieben Fisch, aber ich bin mir immer unsicher, welchen ich kaufen sollte. Danke daher für die Tipps mit den Siegeln insb. auch wegen der Nachhaltigkeit! Da werde ich in Zukunft auf jeden Fall drauf achten. xo Mareike

    • StyleMom sagt

      Liebe Mareike, es freut mich, dass dir das auch für mich sehr spannende Interview wertvolle Informationen geliefert hat. Liebe Grüße, Christiane

  5. Wir leben ja in den Niederlanden – hier ist frischer Fisch eigentlich immer leicht zu bekommen, aber ich finde es total wichtig Aufklärung zu betreiben und finde die Infos sehr nützlich. Deshalb teile ich deinen Beitrag gern <3 Liebe Grüße, Sarah

    • StyleMom sagt

      Ich finde es auch wichtig aufzuklären. Vor allem, wenn die Lebensmittelindustrie es einem doch oft sehr schwer macht. Es freut mich sehr, dass die Informationen dir geholfen haben

  6. Wow. Ein ganz tolles, informatives Interview! Vielen Dank dafür!
    Ich fand es spannend zu lesen worauf man noch so alles achten muss/kann/sollte!
    Zum Glück lieben meine Kids Fisch, egal ob mit Panade oder ohne 😉

    Liebe Grüße,
    Sandy

  7. Pingback: Rezept: Alaska Seelachs Fischpfanne mit knackigem Gemüse | StyleMom

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