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Politische Nachhaltigkeit? Gibt’s nicht!

Nachhaltige Politik? Gibt's nicht!

Diese Woche findet unser Reblog-Workshop statt. Die Aufgabe vorweg war es, dass wir uns Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit machen sollten. Allerdings dieses Mal nicht im alltäglichen Umfeld, sondern etwas größer Gedacht. Mein erster Gedanke war „Ach herje!“. Dann wusste ich aber, welchen Aspekt der Nachhaltigkeit ich ansprechen musste.

Integrative Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit muss nicht immer etwas mit der Natur, unserer Ernährung oder unserem Lebensstil zu tun haben. Nachhaltigkeit setzt auch dort an, wo es um Lebensbedingungen geht und in diesem besonderen Fall bei der Integration. Warum ich darüber nachdenke? Weil ich mich mit dem Thema auch beruflich auseinandersetze und weil mir meine Zukunft und die meiner Kinder am Herzen liegt. Und weil ich mir für jeden Menschen die gleichen Grundbedingungen wünsche.

Wahlperiodendenke

Aus politischer Sicht ist das natürlich kein besonders nachhaltiges Thema, denn Politiker sind dafür bekannt, dass sie den schnellen Erfolg suchen und nur in Wahlperioden denken. Das heißt in punkto Flüchtlingspolitik, es muss JETZT etwas Erkennbares geschehen, das mir JETZT Ruhm und Anerkennung bringt. Denn später kann meinen Erfolg niemand mehr auf mich zurückführen und bei meiner bald anstehenden Aufstellung zur Wiederwahl wird mir der Erfolg in zehn oder zwanzig Jahren nichts bringen. Es wird also geschaut, dass alle Flüchtlinge untergebracht sind und dann war es das auch schon. Genau das war in der chaotischen Anfangszeit natürlich wichtig. Langfristig machen wir aber genau das, was Frankreich uns bereits gezeigt hat, dass es nicht funktioniert. Wir bilden kleine Stadtteile, in denen die Flüchtlinge zusammen leben. Es entstehen Parallelwelten, die den Migranten die Integration erschweren, oft sogar unmöglich machen. Dass dies nicht funktioniert, zeigen die Banlieues der französischen Großstädte. Diese Randgebiete sind soziale Brennpunkte, in denen vor allem Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose leben und von diesen Menschen sind wiederrum überproportional viele Einwanderer. Zufall? Wohl kaum… Es wurden Viertel geschaffen, in denen Kriminalität und Drogenkonsum stark ausgeprägt sind.

Dieser Entwicklung entgegenzuwirken bedarf es eines langfristigen Integrationsplanes. Man muss überlegen, wie man die Deutschen, bereits integrierte Migranten und die zu integrierenden Migranten zusammen bringt. Vermitteln von Partnerschaften, die zu Freundschaften werden können – gemeinsame Freizeitaktivitäten die auch denen zugänglich sein müssen, die nicht das nötige Geld haben – durchgemischte Wohngegenden – Unterstützung bei der Einführung in das deutsche Bildungssystem – Unterstützung bei Behördengängen. Das ist alles nichts neues, aber es wird von der Regierung viel zu wenig gefördert. Eben weil es langfristige Projekte sind, deren Erfolg man in der aktuellen Wahlperiode nicht mehr erkennen würde und man keinen persönlichen Nutznießen mehr draus ziehen könnte. Trauriges und krankes System.

Der klaut meinem Sohn die Wurst vom Brot

Der Moment in dem mir aufgefallen ist, dass hier etwas total schief läuft war, als eine Mutter im Kindergarten erzählt hat, dass sie wegziehen. In eine Gegend mit kaum bis gar keinen Ausländern. Und dass das gut ist, weil DIESE Flüchtlinge ihrem Sohn sonst die Wurst vom Pausenbrot klauen würden. Und es gibt viele die so denken. Dabei ist es wichtig, dass wir unseren Kindern zeigen, dass diese Kinder nicht anders sind. Dass wir sie in unser Leben mit aufnehmen und daran teilhaben lassen sollten. Es muss ein Miteinander geben. Ich finde, jeder Mensch oder jede Familie sollte offen sein, jemand anderem zu helfen. Und damit meine ich nicht nur den Flüchtlingen. Wir haben uns dafür entschieden, einen Jungen durch unsere Privatvormundschaft zu unterstützen, der ohne seine Familie in Deutschland ist. Ein toller Junge, der nun ein Teil unserer Familie ist. Er lernt von uns und wir lernen von ihm. Unsere Entscheidung kam aus dem Bauch heraus. Denn ich möchte, dass meine Kinder in einer Welt aufwachsen in der alle gleich sind, unabhängig von familiärer Herkunft, Hautfarbe, Religion und was auch immer es da noch an angeblichen Ausschlusskriterien geben soll.

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