Mein Weg in die Selbstständigkeit, Mini-Me
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Vielfalt: Kinderkleidung aus Bio-Baumwolle online shoppen

Luisa lebt in der wunderschönen Stadt Wien und hat hier ihren Online-Shop onefineday gegründet, in dem es ausschließlich Kinderkleidung aus Bio-Baumwolle gibt. Zu diesem nachhaltigen Business inspiriert hat sie ihre kleine Tochter. Die hat eine besonders empfindliche Haut und reagiert auf die giftige Kleidung konventionell fertigender Ketten mit einem Hautausschlag.

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Onefineday: nachhaltiger Online-Shop für Kinderkleidung aus Bio-Baumwolle

Wann ist die Idee aufgekommen und was war der Auslöser, dass du sie in ein reales Projekt umgewandelt hast?

Die Idee zu einem Shop mit hipper Kindermode aus Bio-Baumwolle gab es schon länger, sie ist irgendwann zwischen den Schwangerschaften mit meinen beiden Kindern entstanden. Einerseits habe ich mich durch die Geburt der Kinder sehr viel bewusster mit dem Thema Konsum befasst: Was kaufe ich? Was brauche ich wirklich? Wo werden die Dinge produziert und unter welchen Bedingungen? Durch meinen eigentlichen Beruf als Journalistin bin ich bei Recherchen außerdem immer wieder mit dem Thema Bio-Baumwolle in Berührung gekommen und habe gesehen, was sich in dem Bereich international tut, aber hierzulande oft noch unbekannt ist. Der letztendliche Auslöser war dann die Geburt meiner Tochter. Sie hat bis heute ziemlich empfindliche Haut und reagiert auf die Kleidung der großen Textilketten oft mit Ausschlägen. So habe ich begonnen, ihre Garderobe – sofern sie sie nicht von ihrem großen Bruder geerbt hat – mit Bio-Baumwolle zu bestücken. Gleichzeitig wollte ich aber ästhetisch keine Abstriche machen. Resultat war, dass ich die Sachen mühsam in ganz unterschiedlichen Shops zusammensuchen und jedes Mal extra Versandkosten zahlen musste. Voilà, die Idee zu onefineday war geboren. Hippe Kindermode, ausschließlich Bio-Baumwolle, alles unter einem Dach.

Wie sahen deine ersten Schritte aus?

Recherche bezüglich der Labels, die ich vertreiben möchte. Eine ungefähre Aufstellung der Kosten, die auf mich zukommen. Auswahl von Grafik-Designer-, IT-Support und Shop-Lösung.

Wie wurdest du bei der Neugründung unterstützt und was waren gute Anlaufstellen?

Die größte Unterstützung habe ich definitiv von meiner Familie und meinen Freunden bekommen. Sie haben mich in der Konzeption unterstützt, dutzende Logos begutachtet und große und kleine Fragen mit mir erörtert. Abgesehen davon gibt es bei der Wirtschaftskammer Wien eine Anlaufstelle, die sich Gründerservice nennt. Da kann man zum Beispiel kostenlose Workshops buchen oder sich beraten lassen. Leider schaffe ich es zeitlich kaum, das umfassende Angebot zu nutzen, aber das soll sich in den kommenden Monaten ändern. Habe ich mir zumindest fest vorgenommen.

Onefineday: nachhaltiger Online-Shop für Kinderkleidung aus Bio-Baumwolle

Ein wichtiger Punkt ist ja die Finanzierung, da die anfängliche Zeit in der Regel erstmal finanziell überbrückt werden muss oder auch große Anfangsinvestitionen anstehen. Wie hast du das hinbekommen und was kannst du hier den anderen für Tipps mit auf den Weg geben?

Bei einem Webshop sind ja die Anfangskosten erstmal nicht so hoch, wie wenn man tatsächlich einen Laden eröffnet. Ich habe einerseits unter dem Motto „Jetzt oder nie“ auf mein Erspartes zurückgegriffen, andererseits arbeite ich in meinem Brotberuf als Journalistin weiter. Ich habe also eigentlich einen zweiten Job dazu genommen, anstatt einen neuen zu beginnen. Das ist, gerade als Mutter von zwei kleinen Kindern, manchmal zwar ganz schön heftig, was die Familienlogistik im Allgemeinen und das Zeitmanagement im Speziellen anbelangt. Aber gibt natürlich auch viel Sicherheit, wenn man weiß, dass gerade anfangs trotzdem noch etwas Geld reinkommt.

Hattest du die Gründung komplett durchkonzipiert oder war es eher ein Aus-dem-Bauch-heraus-Prozess?

Ich arbeite sehr stark aus dem Bauch heraus, immer schon. Die Männer meiner Familie (also mein Mann, mein Vater und mein Bruder) haben mir aber geholfen einiges von diesem Bauchgefühl in Excel-Sheets und Businesspläne zu gießen. So bewahre ich den Überblick, wenn mal wieder alles anders kommt als geplant.

Was hättest du im Nachhinein anders gemacht und was hat besonders gut geklappt?

Ich habe lange über ein passendes Launch-Event nachgedacht und wollte schließlich mit einer Freundin gemeinsam einen Pop-Up-Store machen. Ganz klein, maximal zwei Tage. Als wir mit der Organisation beinahe fertig waren, haben wir uns gedacht, dass es doch eigentlich toll wäre, wenn wir das ganze größer und mit mehr Ausstellern machen würden. Das war in der ersten Februarwoche 2015, mein Launchdatum war der 15. März. Wir haben dann innerhalb von fünf Wochen den Mini Markt Vienna, Wiens ersten Pop-Up-Markt rund um’s Thema Kind, aus dem Boden gestampft und der ist am Wochenende vor meinem Launch auch super-erfolgreich über die Bühne gegangen. Dementsprechend war ich in den Wochen, die eigentlich mein Shop-Launch-Countdown waren, aber in einem buchstäblichen Hamsterrad-Marathon gefangen und habe das alles mit weniger Ruhe erlebt und erledigt als mir lieb war. Das war also gleichzeitig besonders gut, aber auch etwas, was ich im Nachhinein anders gemacht hätte.

Ansonsten hätte ich vielleicht mehr Details genauer ausgearbeitet – wie zum Beispiel meinen Marketingplan. Das sind Dinge die jetzt en passant geschehen müssen und derentwegen ich dann doch oft bis in die Nacht vor meinem Rechner sitze.

Welche Tipps kannst du all denen geben, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen sich selbstständig zu machen?

Tut es. Hört auf euren Bauch. Lasst Euch nicht beirren, vertraut Eurem Instinkt. Aber: informiert euch. Kalkuliert: Kosten, Aufwand, Zeit. Und denkt in Alternativen. So nimmt man auch dem Horrorszenario „Was mache ich, wenn alles schief geht?“ den Schrecken.

Fotos: Luisa Siller

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