Mein Weg in die Selbstständigkeit
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Urlaub mit Baby und Kleinkind

Könnt ihr euch noch an euren ersten Urlaub mit Kind erinnern? Bei uns war er etwas ganz besonderes und wir haben ihn komplett auf unsere damals neumonatige Tochter ausgerichtet. Also Bauernhof, anstelle eines entspannten Strandurlaubs. Auf die Planung eures Urlaubs mit Baby und Kleinkind hat Kerstin sich spezialisiert. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, dass junge Familien einen unbeschwerten Urlaub mit Kind und ohne unnötigen Stress verbringen. Hört sich gut an, oder?

Wann ist die Idee aufgekommen und was war der Auslöser, dass du sie in ein reales Projekt umgewandelt hast?

Den Traum in einem Reisebüro zu arbeiten hatte ich schon als kleines Mädchen. Dann hat es mich aber in die Hotellerie verschlagen. In meiner ersten Elternzeit vor vier Jahren habe ich dann nach einer Nebenbeschäftigung gesucht und wollte „was mit Reisen“ machen, ohne selbst ständig reisen zu müssen und mit flexiblen Arbeitszeiten vom Homeoffice aus. Genau dieses Konzept bietet mein Partner solamento Reisen an, ein Reisebüro als Homeoffice.

Warum hast du genau diese Geschäftsidee umgesetzt und was ist das Besondere daran?

Anfangs habe ich nur Freunde und Nachbarn in den Urlaub geschickt. Aber nach und nach wurde der Kundenkreis immer größer. Und es waren fast ausschließlich junge Familien, die Hilfe beim ersten Urlaub mit Baby suchten. So entstand vor rund zwei Jahren nach der eigentlichen Gründung die Marke „Hofbauer Babyreisen“. Das Besondere an meinem Angebot ist, dass ich aus der Vielzahl von vermeintlich familienfreundlichen Angeboten, das für meine Kunden passende ganz individuell und mit viel Herzblut auswähle. Außerdem stehe ich ihnen vor, während und nach der Reise für alle individuellen Wünsche zur Verfügung. Das Babybettchen im Flugzeug oder der Kindersitz im Mietwagen, ich biete sozusagen einen Rundum-Sorglos-Service an und das auch außerhalb von festen Öffnungszeiten, nämlich auch gerne abends oder am Wochenende. Also immer dann, wenn junge Eltern Zeit und Muße für die Urlaubsplanung haben.

Hofbauer Reisen: Urlaub mit Baby und Kleindkind

Wie sahen deine ersten Schritte aus?

Am Wichtigsten war, dass ich die Technik zum Laufen zu bringen musste. Also ein Laptop wurde gekauft, sämtliche touristische Software musste eingerichtet und die Anwendung der Programme teilweise in Seminaren neu erlernt oder aufgefrischt werden. Und dann ging es natürlich auf Kundenjagt. Ich habe Flyer erstellt und in der Umgebung verteilt und ausgelegt und meine Webseite und den Facebook-Auftritt designt. Auch habe ich bei der IHK Existenzgründungsseminare belegt, um mein betriebswirtschaftliches Wissen besonders im Bereich Finanzen, Steuern und Recht aufzufrischen.

Wie wurdest du bei der Neugründung unterstützt und was waren gute Anlaufstellen?

In erster Linie war es viel Unterstützung durch meinen Partner solamento Reisen, was das fachliche betrifft. Dazu kamen die angesprochenen Seminare bei der IHK. Und mittlerweile tausche ich mich regelmäßig mit anderen Mompreneurs auf Meet-ups und mit anderen Reiseberatern in Seminaren oder Facebook-Gruppen aus.

Ein wichtiger Punkt ist ja die Finanzierung, da die anfängliche Zeit in der Regel erstmal finanziell überbrückt werden muss oder auch große Anfangsinvestitionen anstehen. Wie hast du das hinbekommen und was kannst du hier den anderen für Tipps mit auf den Weg geben?

Zum Glück hatte ich für mein Business keine allzu großen Investitionen zu tätigen. Mein Werkzeug ist mein Laptop. Aber natürlich hat die Agentur anfangs keinen Gewinn abgeworfen. Da habe ich schon vom festen Einkommen meines Mannes mit gelebt und tue es zum Teil noch immer. Das meiste habe ich bislang für Marketing ausgegeben. Ein weiterer großer „Brocken“, nämlich die Krankenversicherung, kommt erst jetzt auf mich zu, da ich bislang noch in Elternzeit bei meinem alten Arbeitgeber war und die Reiseagentur nur im Nebenerwerb lief. Ich hatte sozusagen ein „Back-up“, falls es schief gegangen wäre.

Hattest du die Gründung komplett durchkonzipiert oder war es eher ein Aus-dem-Bauch-heraus-Prozess?

Es war definitiv ein „Aus-dem-Bauch“-Konzept und ist mit der Zeit gewachsen. Anfangs hatte ich gar nicht vor mich auf Urlaub mit Baby und Kleinkind zu spezialisieren. Das kam dann durch die vielen Anfragen von Familien und dem Bedürfnis einer auf sie speziell zugeschnittenen Beratung.

Was hättest du im Nachhinein anders gemacht und was hat besonders gut geklappt?

Im Nachhinein hätte ich glaube ich die Gestaltung des Corporate Designs (CI) in professionelle Hände gegeben. Ich bin aber jemand, der gerne selbst „rumbastelt“ und habe es anfangs auch gerne selbst gemacht. Besonders toll hat von Anfang an das Weiterempfehlungsmarketing meiner Kunden geklappt und fast alle Familien buchen nun schon zum wiederholten Male eine Reise bei mir. Das macht mich natürlich stolz und ist eine schöne Bestätigung für meine Arbeit.

Welche Tipps kannst du all denen geben, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen sich selbstständig zu machen?

Just do it! Und ganz wichtig, finde deine Nische! Schwimme nicht mit der Masse, sondern finde etwas, was dir persönlich Spaß und Freude bereitet und was es so noch nicht oder zumindest nicht in deinem direkten Umfeld gibt.

Fotos: Kerstin Hofbauer

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