Mein Weg in die Selbstständigkeit, Mein wunderschönes Kinderzimmer
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Wenn das Hobby zum Beruf wird

Helena (37) ist der kreative Kopf des Labels maru*maru. Hier ist jedes Teil der Kinderzimmereinrichtung mit Liebe handgefertigt und ich könnte ihren Online-Shop echt leer kaufen… Mit Ihrer Tochter und Ihrem Mann wohnt Sie in der Nähe von Frankfurt am Main. Ursprünglich stammt Sie jedoch aus der Tschechischen Republik, lebt aber inzwischen seit 18 Jahren in Deutschland. Kreativ ist Helena eigentlich schon immer. Bereits mit 5 Jahren hat Sie eine Kunst- und Musikschule besucht, in der Sie u.a. über 10 Jahre Gitarre spielen lernte. In den darauf folgenden Jahren widmete Sie sich vor allem der Malerei und diversen künstlerischen Gestaltungen.

Seit einigen Jahren setzt Sie sich nun vor allem mit Stoffen und Kinderzimmergestaltungen auseinander und konnte so zahlreiche Kontakte zu Kunden, Lieferanten und Dienstleistern knüpfen und somit gute Branchenkenntnisse erlangen. Das Stöbern in Ihrem Online-Shop für Kinderzimmer lohnt sich momentan besonders, denn der Versand erfolgt extra für euch kostenlos. Ihr müsst nur den Rabatt-Code maru@stylemom eingeben.

Existenzgründung Nähen für Kinderzimmer

Wann ist die Idee aufgekommen und was war der Auslöser, dass du die Idee in ein reales Projekt umgewandelt hast?

Schon während meiner Schwangerschaft vor rund fünf Jahren hatte ich mich auf die Gestaltung des Kinderzimmers gefreut und einige Ideen und Konzepte gesammelt. Irgendwie weurde ich aber nicht wirklich fündig nach den Produkten, die meinem Geschmack und meinen Vorstellungen entsprachen – stilvoll, hochwertig, zeitlos und mit klaren Linien, aber dennoch hübsch und kindgerecht. Alles sollte außerdem harmonisch zusammen passen. Ich denke, so geht es vielen Mamas. Man ist total motiviert, es soll ja schließlich alles so sein, wie man es sich für das Baby vorstellt. Und dann kommt die Ernüchterung. Das ist ja nicht nur bei der Kinderzimmereinrichtung so. Ich wollte mich aber nicht mit Alternativen zu meinen Vorstellungen zufrieden geben und habe deshalb beschlossen, selbst tätig zu werden.
Ich entschied mich also mir eine Nähmaschine zu kaufen und meine Ideen einfach selbst umzusetzen. Damit war der Grundstein für meine heutige kleine Unternehmung eher zufällig gelegt.

Warum hast du genau diese Geschäftsidee umgesetzt und was ist das Besondere daran?

Ich fertige Heimtextilien für Kinderzimmer nach individuellen Kundenwünschen. Modern, hochwertig und nach Öko-Tex 100 und GOTS in Handarbeit genäht. Spezialisiert habe ich mich auf die Herstellung von Kinderzimmervorhängen. Das Angebot meiner Marke „maru*maru“ wird abgerundet durch Babydecken, Kuscheldecken, Wimpelketten, Kissenbezüge und Bettwäsche. Die Kollektionen werden kontinuierlich erweitert. Ich denke, Ökologie und Nachhaltigkeit, gerade im Zusammenhang mit unseren Kindern, wird Eltern immer wichtiger und das ist auch gut so. Man möchte ein gutes Gefühl bei den Dingen haben, die man so nah an sein Kind heran lässt. Immer wieder werden in Produkten bedenkliche Stoffe entdeckt, das verunsichert natürlich. Ich möchte, dass sich die Käufer darüber keine Gedanken machen müssen.

Existenzgründung Nähen für Kinderzimmer

Die Arbeit mit meinen Stoffen und Produkten, aber auch der Umgang mit meinen treuen und netten Kunden macht mir sehr viel Spaß und ich möchte dies alles nicht mehr missen. Ich kann hierbei meine kreative und gestalterische Ader voll ausleben.

Besonderen Wert lege ich auf die persönliche Betreuung und Beratung via Email und Chat. So kann ich die Möglichkeit anbieten, am Design- und Herstellungsprozess aktiv teilzunehmen und Gestaltungswünsche einzubringen. Alle Produkte werden individuell nach Wunsch und in enger Abstimmung mit den Kunden hergestellt. Man kauft eben kein Produkt „von der Stange“ und jedes Kinderzimmer erhält seine ganz persönliche Handschrift. Jedes Kind ist schließlich verschieden.

Wie sahen deine ersten Schritte aus?

Meine ersten Schritte verliefen relativ ungeplant. Die Gründung eines Unternehmens stand zunächst überhaupt nicht im Fokus, sondern hat sich dann erst später kontinuierlich entwickelt. Ich habe mir zunächst einfach spontan eine erste Nähmaschine gekauft, Stoffe besorgt und mir die erforderlichen Fertigkeiten selbst Stück für Stück beigebracht. Natürlich hört sich das leichter an als es ist und manchmal war es gut, dass mir niemand zugesehen oder zugehört hat.

Genauso spontan habe ich dann vorsichtig erste Produkte bei Dawanda eingestellt, um zu sehen, wie die Produkte ankommen. Und tatsächlich konnte ich recht schnell erste Verkaufserfolge erzielen. Im Laufe meiner Elternzeit fiel dann die Entscheidung, die Geschäftsidee weiter zu konkretisieren und auszuarbeiten.

Existenzgründung Nähen für Kinderzimmer

Wie wurdest du bei der Neugründung unterstützt und was waren gute Anlaufstellen?

Zunächst wurde und werde ich tatkräftig von meinem Mann unterstützt, der den administrativen Teil übernimmt. Er ist inzwischen auch Mitinhaber des Labels. Es tut gut zu wissen, dass er voll und ganz hinter meiner Idee steht.

Nach der Entscheidung, die Geschäftsidee weiter zu treiben und zu forcieren habe ich die Unterstützung eines Gründungsberaters in Anspruch genommen. Dies war enorm wichtig für die Ausarbeitung des Businessplans, um wertvolle Hinweise zu bekommen und vor allem auch wichtige Kontakte knüpfen zu können. Ich kann die Unterstützung durch einen externen Partner nur empfehlen. Er hilft bei der Konzeption des Geschäftsmodells und spielt den „Sparringspartner“. Ich stehe auch heute noch regelmäßig in Kontakt mit ihm und tausche mich aus.

Ein wichtiger Punkt ist ja die Finanzierung, da die anfängliche Zeit in der Regel erstmal finanziell überbrückt werden muss oder auch große Anfangsinvestitionen anstehen. Wie hast du das hinbekommen und was kannst du hier den anderen für Tipps mit auf den Weg geben?

Ich war zu Beginn in der glücklichen Lage, dass mein Kapitalbedarf zunächst relativ gering war. Die ersten erforderlichen Maschinen und Materialien wurden durch Eigenmittel finanziert.

Darüber hinaus war es mir wichtig, ein auf Komponenten aufgebautes Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen, das sich weitgehend aus dem eigenen Cashflow weiter entwickeln kann. In Gründerkreisen nennt man diese Vorgehensweise heutzutage auch „Lean Startup“, oder „Bootstrapping“. Als Büro und Atelier diente erstmal das Wohnzimmer, ein PC war schon vorhanden und für Websites gibt es inzwischen zahllose und auch hübsche Templates. Für den Vertrieb von Produkten gibt es zudem zahlreiche geeignete Plattformen im Internet, die anfangs nur variable Kosten produzieren, so dass man recht einfach einen Live-Markttest durchführen, die Marktfähigkeit testen und die Kundenresonanz für Verbesserungen nutzen kann.

Allerdings bedeutet ein schlankes und auf Komponenten aufgebautes Konzept nicht, dass man schnell Gewinne und Entnahmen tätigen kann. Es ist durchaus erforderlich, immer wieder in das Geschäftskonzept zu investieren und Ausdauer zu beweisen. Mit einem schlanken Ansatz kann man die notwendigen Investitionen jedoch bestenfalls aus dem Cashflow realisieren.

Hattest du die Gründung komplett durchkonzipiert oder war es eher ein Aus-dem-Bauch-heraus-Prozess?

Mein Geschäftsmodell hat sich ja zunächst aus einem Hobby entwickelt. Insofern war das keine geplante oder durchkonzipierte Gründung. Erst mit der Entscheidung, das Konzept weiter auszubauen und zu professionalisieren, habe ich die weiteren Schritte systematisch geplant und vorbereitet. Es ist aber manchmal gar nicht schlecht, Dinge aus dem Bauch heraus zu entscheiden. Wenn man zu lang über etwas nachdenkt oder immer wieder verschiedene Szenarien durchspielt kann es sein, dass einem wichtige Chancen entgehen. Darum ruhig auch mal auf den Bauch hören!

Was hättest du im Nachhinein anders gemacht und was hat besonders gut geklappt?

Mein kleines Unternehmen ist ja noch immer recht jung und ich befinde mich mitten in der Umsetzung der nächsten großen Schritte. Insofern ist der Blick zurück noch nicht ganz einfach. Spontan würde ich aber sagen, dass ich im Nachhinein einige Entscheidungen schneller hätte treffen können und sollen.

Welche Tipps kannst du all denen geben, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen sich selbstständig zu machen?

Es ist mitunter kaum mehr möglich, eine echte Innovation oder ein vollkommen neues Geschäftskonzept zu entwickeln. Praktisch jede Idee gab oder gibt es schon in irgendeiner Ausprägung.

Die wichtigste Erkenntnis für mich ist und war: Entwickelt Leidenschaft für eure Dienstleistung oder euer Produkt. Überprüft eure Motivation, geht euren eigenen Weg und differenziert euch so von euren Wettbewerbern. Fast jeder hat einmal oder mehrmals im Leben den Wunsch sich selbstständig zu machen. Oft heißt es dann: „Wenn ich nur die richtige Idee hätte!“. Gründen nur um des Gründens Willen geht aber in der Regel schief. Nur mit persönlicher Überzeugung und Leidenschaft haltet ihr euer Vorhaben durch und könnt „eurem Baby“ auch eine persönliche Note verleihen und schafft es eine einzigartige Marke zu entwickeln.

Ich bin der festen Überzeugung, dass dies einerseits die Grundvoraussetzung ist, um auch dauerhaft durchzuhalten und andererseits ausgezeichnete Produkte und Services anzubieten. Dann sollte es auch kein Problem sein, euch vom Wettbewerb abzuheben, selbst wenn ihr das gleiche Produkt oder Dienstleistung anbietet.

Lasst euch auf keinen Fall entmutigen. Wenn ihr einen Traum habt, dann haltet daran fest und macht euer Ding! Sonst werdet ihr es vielleicht irgendwann bereuen. Wenn sich eine Chance bietet, ergreift sie!

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  1. Wunderschön!!! So sollte ein Kinderzimmer aussehen. Mit viel Liebe zum Detail gemacht! Gefällt mir sehr sehr gut! Liebe Grüße, Lia

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